Markthallen in Berlin

Dezember 15th, 2015

Wer frische und regionale Produkte bevorzugt, wird in den Markthallen in den verschiedenen Bezirken Berlins fündig. Hier gibt es Lebensmittel wie Obst und Gemüse, aber auch Fisch, Fleisch, Blumen und Backwaren befinden sich im Angebot. Außerdem werden in einigen Markthallen auch Schmuck, Haushaltswaren und auch Bekleidung und Dienstleistungen angeboten. Diese überdachten Verkaufseinrichtungen in Berlin entstanden Ende des 19. Jahrhunderts. Die heute als Historische Markthallen bezeichnet, sollten das Problem einer hygienischen und umfassenden Lebensmittel-Versorgung der schnell wachsenden Berliner Bevölkerung lösen. Im Jahr 2011 sind noch vier von den ehemals 14 Hallen als Markthallen in Betrieb. Wir stellen hier eine kleine Auswahl der Berliner Markhallen vor.   Menütafel vor einem Lokal in der Markthalle Neun

Markthalle Neun – Eisenbahnmarkthalle

  Die Markthalle IX wurde 1891 in Berlin-Kreuzberg eröffnet und wurde nach wirtschaftlichen Aufwärts- und Abwärtsentwicklungen im Laufe des 20. Jahrhunderts stetig weiter benutzt. Anfang der 1990er übernahmen große Lebensmitteldiscounter immer mehr zusammenhängende Verkaufsflächen, im Zuge dessen das gesamte denkmalgeschützte Gebäude jedoch verkam. Seit Oktober 2011 gibt es verschiedene private Betreiber, die das Konzept der vielfältigen kleinteiligen Angebote in der Halle mit Erfolg wieder zum Leben erweckten. Jeweils dienstags, freitags und sonnabends findet ein Wochenmarkt in der Halle statt. Dabei stehen hauptsächlich saisonale Lebensmittelangebote aus Berlin und Brandenburg im Vordergrund. Immer am Donnerstag findet ein Street Food Day statt, der bei der Berliner Bevölkerung sehr beliebt ist. Außerhalb dieser Zeiten wird in der „Kantine Neun“ ein kulinarischer Mittagstisch angeboten. Ein großes Publikum zieht außerdem der alle drei Monate stattfindende „Naschmarkt“ an. Auf diesem werden süße Erzeugnisse aus fairem Handel und Bio-Zutaten angeboten. Der handmade supermarket, auf dem Designer, Künstler und kleine Modelabels ihre Produkte vorstellen und verkaufen ist ebenfalls sehr nachgefragt. Markthalle Neun, Eisenbahnstrasse 42/43, 10997 Berlin-Kreuzberg, http://markthalleneun.de/   Bunte eingerichteter Früchtestand in der Markthalle Elf  

Markthalle Elf – Marheineke-Halle

  Die Markthalle XI wurde 1892 in Berlin-Kreuzberg eröffnet und hatte damals eine Verkaufsfläche von 2808 qm mit 278 kleinen Marktständen für Waren des täglichen Bedarfs. Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie zu großen Teilen zerstört und danach nur teilweise weiter genutzt. 1950 wurde der zerstörte Teil wieder aufgebaut. 1998 erfolgte eine umfassende Renovierung, zehn Jahre später wurde die Halle nach einem komplett neuen Konzept umgestaltet und wieder eröffnet. So entstanden über 50 Einzelständen, die Bioprodukte, Spezialitäten verschiedener Nationen, Feinkost sowie regionale Produkte anbieten und verkaufen. Das Interesse der Bevölkerung und Touristen ist groß, besonders die täglichen Lebensmittelangebote aus Berlin/Brandenburg des Fleischer- und Bäckerhandwerks sowie der Molkereien, Gemüsebauern oder Blumenzüchter sind sehr beliebt. In Seitengängen haben sich kleine Dienstleister wie Schlüsseldienst, Schuhmacher, Copyshop und ein Buchladen etabliert. Marheineke Markthalle, Marheinekeplatz/Bergmannstraße, 10961 Berlin, http://meine-markthalle.de/   Einkaufen am Stand des Fischmarkts in der Moabiter Markthalle

Markthalle Zehn – Moabiter Markthalle/Aminiusmarkthalle

  Die Markthalle X wurde ebenfalls 1891 eröffnet und befindet sich im Berliner Ortsteil Moabit. Seit November 2010 heißt das Gebäude Zunft[halle] Arminiusmarkthalle. In der Halle befanden sich 425 Stände in zehn Verkaufsgängen. Ein zwölf Meter breiter Mittelgang erschließt die jeweils 2,48 Meter breiten Seitengänge. Durch diese Anordnung konnten damals Pferdefuhrwerke und Handkarren die Waren unmittelbar bis zu den Ständen bringen. Auch die Moabiter Markthalle wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und erst Mitte der 50er Jahre wieder errichtet, 1991 zum 100jährigen Bestehen umfangreich renoviert. Seither befinden sich in dieser Markthalle neben einer Norma-Filiale fast ausschließlich freie Händler. Neben der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Blumen gibt es Gastronomie-, Musik- und Eventangebote. Ein besonderes Highlight stellt die Kunstinstallation „Gebetomat“ von Oliver Sturm im Hauptgang dar. Dieser einem Fotoautomaten nachempfundene Automat kann über 330 Gebete in mehr als 65 Sprachen wiedergeben. Arminiusmarkthalle, Arminiusstrasse 2-4, 10551 Berlin-Tiergarten-Moabit, http://arminiusmarkthalle.com
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