Der Spreepark Berlin – Faszination eines stillgelegten Freizeitparks

Dezember 17th, 2015

Der Spreepark ist ein stillgelegter Freizeitpark im Norden des Plänterwaldes im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Der ehemalige Vergnügungspark wurde 1969 unter dem Namen Kulturpark Plänterwald eröffnet und zählte jährlich fast zwei Millionen Besucher. Einen sehr großen Teil der Anlage nahm eine Asphaltfläche ein, auf der Fahrgeschäfte und Buden, wie sie auch vom Rummel oder einer Kirmes bekannt sind, dauerhaft aufgestellt waren. Daneben gab es auch parkähnliche begrünte Flächen und feste Funktionsgebäude vornehmlich für Restaurants oder Sanitäranlagen.  

Geschichtliche Hintergründe

Der einzige Freizeitpark der DDR wurde nach der Wiedervereinigung Deutschlands zu einem Freizeitpark nach westlichem Vorbild umgestaltet. Es wurden Attraktionen des Park Mirapolis bei Paris übernommen. Ein pauschaler Eintrittspreis (Erwachsene 29 DM, Kinder 27 DM) für den Zutritt und für alle Attraktionen wurde erhoben, anstatt wie bisher an jedem Fahrgeschäft einen individuellen Preis zu kassieren. Die asphaltierte Fläche um das Riesenrad wurde aufgebrochen und in eine Wasserlandschaft umgewandelt. Auf den 21 Hektar, die der Park nutzte, wurden weitere Attraktionen wie Achterbahnen, Wildwasserbahnen, eine Bühne für Shows, ein Westerndorf und ein englisches Dorf aufgebaut. Bereits 1999 hatte der Freizeitpark allerdings starke wirtschaftliche Schwierigkeiten und mit Schulden zu kämpfen, was auf die zurückgehenden Besucherzahlen zurückzuführen war. Der Eintrittspreis wurde als zu hoch erachtet und auch die fehlenden Parkplätze hielten die Besucher zurück. 2002 wurde der Park geschlossen und die Spreepark GmbH & Co. KG, meldete Insolvenz an. Im Jahre 2014 wurde das Gelände vom Land Berlin lastenfrei zurückgekauft, um es wieder einer Nutzung zuzuführen.   Die Kleinbahn im Park wird vielleicht nie mehr in Betrieb gesetzt

Gegenwart und Pläne für die Zukunft

Heute ist das Gelände fast leer, liegt brach und verwahrlost von Jahr zu Jahr - den ehemaligen Spreepark umgibt eine magische und von Mythen umrankte Atmosphäre. Der Park scheint wie in einem Dornröschenschlaf zu liegen. Er wird rund um die Uhr von einem Sicherheitsdienst bewacht. Viele Gebäude sind einsturzgefährdet. Bekannt ist vor allem das alte Riesenrad, früher Wahrzeichen des Parks, das noch 1989 erneuert wurde und mit 36 Gondeln 45 Meter in die Höhe ragt: noch heute ist es über die Spree schon von weitem zu sehen. Wenn der Wind weht, dreht es sich und macht dabei schauerliche quietschende Geräusche, die den Besuchern Angst und Grusel einjagen können. Außer zu einem Probedreh am 7. November 2009 lief es nicht mehr kommerziell. Seit 2009 konnten Interessierte den verlassenen Spreepark an jedem Wochenende während einer Führung mit Christopher Flade in Gruppen besichtigen. Aufgrund der großen Nachfrage wurden die Führungen seither regelmäßig durchgeführt und bis April 2014 angeboten. Von 2011 bis 2014 hatte samstags und sonntags das Café „Mythos“ von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Verkaufserlös kam der Reparatur sanierungsfähiger ehemaliger Fahrgeschäfte zugute. Erfolgreich reaktiviert wurde auch im Mai 2011 die Parkeisenbahn Santa-Fe-Express, die bis April 2014 unregelmäßig fuhr. Der Erlös aus ihrem Betrieb wurde ebenfalls für die Reparatur früherer Fahrgeschäfte verwendet. Beim Sommerfest im Juli 2011 fuhren im Park erstmals seit der Schließung wieder Karussells. Im August 2014 kam es durch Brandstiftung zu einem Großfeuer im Spreepark, in Folge dessen einige Bereiche zerstört wurden und abgerissen werden mussten. Das Riesenrad steht ebenfalls still

Führungen und Informationen

Derzeit werden nur noch Führungen außen um den Park herum angeboten, die Berliner Liegenschaftsverwaltung teilte jedoch Ende 2014 mit, dass wieder Führungen durch das Gelände geplant seien, die sich auf Grunde der Brandzerstörungen allerdings verzögern werden. Die derzeit angebotenen Informations-Führungen verlaufen rund um den Zaun des verlassenen Freizeitparks. Eine Tour kostet 8.00 € pro Person und dauert ca. zwei Stunden, auf der die Gäste alles rund um die die Geschichte des Parks von der Gründung 1969 bis heute erfahren und viele Fragen an Christopher Flade (Betreiber der Spreepark-Fanseite berliner-spreepark.de, Autor des Spreepark-Buches und Spreepark-Tour-Guide seit 2009) stellen können. Dieser will den Spreepark vor dem Vergessen retten. Seit 2003 dokumentiert Christopher Flade auf seiner Webseite die Geschichte des Parks. Eine Anmeldung zu einer Tour ist über das Online-Anmeldeformular möglich.      Spreepark Berlin, Kiehnwerderallee 1-3, 12437 Berlin, http://www.berliner-spreepark.de
——————————————— ~ ———————————————

Ihr Kommentar